Lockdownspiel und Teufelspunsch


Bekommen wir noch ein weihnachtliches Gnadenbrot?

Eigentlich sollte ja der Außer-Haus-Verkauf von Glühwein und anderen weihnachtlichen Dingen die Gastro über Wasser halten, aber irgendwie wird man Berichten der Welt zufolge, den Eindruck nicht los, als wäre Glühwein und andere Spirituosen seit neuestem das Teufelsgebräu schlechthin... und überhaupt zieht es die deutschen viel zu sehr nach draußen. Das geht so nicht.

Eigentlich richten sich Maßnahmen zwar an den Zahlen, aber hier und da scheinen Terminkalender eher an Glaskugeln zu hängen.

«Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ohne Evidenz improvisierte Glühweinständen und Waffelbäckereien in Zusammenhang mit den hohen Corona-Todeszahlen gebracht. „Es tut mir wirklich im Herzen leid, aber wenn wir dafür den Preis zahlen, dass wir Todeszahlen am Tag von 590 Menschen haben, dann ist das nicht akzeptabel aus meiner Sicht”, sagte Merkel. Tatsächlich hat diese Todeszahl aber rein gar nichts mit den Glühweinständen zu tun - diese existieren erst seit Kurzem, der Großteil der aktuellen Corona-Toten infizierte sich bereits vorher mit dem Virus.«

«Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) befürwortet einen harten Lockdown in Deutschland nach Weihnachten. „Wir dürfen nicht warten“, sagte er am Mittwoch im Landtag in Kiel. Günther kündigte zudem ein Verbot für Alkoholausschank in der Öffentlichkeit an.«

Auch «Köln schränkt den Verkauf von Glühwein und anderer alkoholischer Heißgetränke auf den Straßen der Stadt deutlich ein. Das beschloss der Corona-Krisenstab in einer Sitzung am Mittwoch, wie ein Sprecher mitteilte. Die Abgabe und der Verkauf seien nun unter der Woche ab 16 Uhr im ganzen Stadtgebiet nicht mehr zulässig. Freitags, samstags und sonntags greift die Regelung bereits ab 15 Uhr.«

In Stuttgart ist der Glühwein to go ab Samstag, ganztägig untersagt.

In Sachsen ist ab dem 14. im Zuge des harten Lockdowns eh fast alles dicht. Nächtliche Ausgangssperren verteidigt Michael Kretschmer mit einem schlichen „Mildere Mittel haben nicht gewirkt“. «Deswegen bleibe nun angesichts steigender Infektionszahlen nur „stringentes staatliches Handeln“. Geplant sind demnach nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 und 6 Uhr.«

Thüringer Landkreise verhängen eine nächtliche Ausgangssperre. «Heike Werner (Linke) sprach von einer besorgniserregenden Situation im Freistaat. „Der Lockdown light hat nicht dazu geführt, dass die Infektionszahlen signifikant sinken.“ Es brauche offensichtlich einen größeren Schritt, um die Infektionswelle zu brechen.« Mit Ladenschließungenist dort nun ab dem 19. zu rechnen.

Ebenso darf man in München zwischen 21 und 5 Uhr nicht mehr raus. Offenbach schließt sich der Sperre an, außerdem ist der Konsum und Verkauf von Alkohol im öffentlichen Raum dort ganztägig verboten.

Schleswig-Holstein will spätestens ab Weihnachten einen Lockdown durchführen.
Auch Baden Württemberg will mitspielen. Dort seien Anfang kommend er Woche näüchtliche Ausgangssperren geplant, sowie tagsüber sogenannte Ausgangsbeschränkungen.

Im Prinzip sind wir aber in guter Gesellschaft. Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Franzosen den Jahreswechsel nicht im Freien feiern: Die Regierung verhängte dort explizit für Silvester eine nächtliche Ausgangssperre, wie Premierminister Jean Castex mitteilte. 

Ach und Lauterbach frohlockt auf Twitter ja jetzt schon das 2 Wochen Lockdown „erneut nichts bringen“. Zwei Wochen ab Weihnachten seien viel zu wenig.

Und Michael Müller erwartet eh schon einen drei-Wochen-Lockdown ab dem 20. Dezember.

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