Das Spiel mit den Zahlen und der vergessene R-Wert
Erst am Mittwoch hatten sich Bund und Länder auf verschärfte Maßnahmen bis 20. Dezember geeinigt. Schließlich sei es unverantwortlich den aktuell stagnierenden Stand der Zahlen beizubehalten. Einmal mehr brauchen wir eine „Kraftanstrengung“ so Merkel, um die Zahlen zu senken.
Weniger Testen oder so wie es sonst üblich ist bei anderen Krankheiten, einfach nur die Menschen mit Symptomen zu testen, scheint wohl entgegen jahrelanger Praxis noch immer kein geeignetes Mittel zu sein um Realität ins panikschürende Zahlenwirrwarr zu bringen. Das scheint heutzutage offenbar genauso unwichtig zu sein wo Präventionsmaßnahmen im Sinne einer guten Selbstfürsorge, für eine gesunde Psyche und ein starkes Immunsystem. Statt dessen ließ die Bundesregierung von Steuergelder etliche Videos erstellen, in welchen man mittels Chips, Chicken Nuggets und Dauerzocken zu einem besonderen Helden wird.
Im Herbst 2020 ist der Inzidenzwert der heilige Gral des Framings, der Manipulation zum Gehorsam, über die Angst durch diffuse Zahlen, denen es schon alleine deshalb an Klarheit fehlt weil der Bezug zu einer echten Pandemie nicht ausreichend hergestellt wird.
Schließlich werden uns weiterhin klinische Fallzahlen präsentiert, sprich positive Test, ohne Abzug der bekannten falsch-positiv-Rate versteht sich.
Das der im Frühjahr angepriesene R-Wert inzwischen unter den Zahlen vom Sommer liegt interessiert indes niemanden mehr. Gab es doch erst Ende Mai einen großen Aufschrei als die Corona Ampel auf Rot sprang weil der R-Wert bei 1,2 lag. Und als es im Sommer Hitzetote gab wurde auch eher darauf hingewiesen wie gefährlich die Hitze im Kontext zu Corona sei.
Das die Technische Hochschule in Ulm erschloss, dass Coronaviren UV empfindlich sind führe auch nicht dazu dem Menschen zu raten mehr nach draußen zu gehen. Nein zum Schutz vor Hitze wurde auch im Sommer das Verbleiben in der Wohnung angeraten.
Der interessierte Leser findet schnell weitere Vergleichszahlen. In den Hitzejahren 2003, 2006 und 2015 starben allein in Deutschland rund 6000 bis 8000 Menschen in Folge hoher Temperaturen.
Aber was sind schon Vergleichszahlen.?.
Im Jahr 2018 starben insgesamt 954.874 Menschen in Deutschland, davon 71.700 in Folge von Atemwegserkrankungen, 345.300 an Herz-Kreislauferkrankungen. Das entspricht 196 bzw. 946 Todesfällen von 2.000 – 3.000 Menschen die jeden Tag in diesem Land von uns gehen. Und ja jeder einzelne ist ein Verlust für hinterbliebene Freunde und die Familie.
Seit Anbeginn der Pandemie können wir 15.640 + 389 in Deutschland betrauern, die an oder mit dem Coronavirus verstarben. Bei einer angestrebten Milchmädchenrechnung (genaueres überlass ich gern den echten Statistikern) können wir also 16.000 Tote durch 10 Monate teilen, diese dann geteilt durch die durchschnittlichen 30,5 Tage, kommen wir auf 52,45 Tote pro Tag. Das sind 26,53 %, im Verhältnis zu den Menschen die 2018 infolge von Atemwegserkrankungen verstorben sind. Wenn die Pandemie Geburtstag feiert, könnte es statt ¼ auch 1/3 sein, schließlich ist erfahrungsgemäß im Herbst / Winter immer mit einem Anstieg von Atemwegserkrankungen zu rechnen.
Der 7-Tage R-Wert der ja auch auf Testzahlen und Schätzungen beruht lag am 20.08. bei 1,14. Aktuell liegt er bei 0,90. Aber was sind schon Zahlen.?.
Was seit Monaten fehlt ist der klare Bezug zu den tatsächlich Erkrankten, oder überhaupt mal die Frage warum weiterhin unzählige Menschen getestet werden die absolut symptomfrei sind… worauf basieren normalerweise Studien über Erkrankungen? Sicher nicht auf wahllosen Testzahlen von mitunter kerngesunden Menschen, die keinerlei Symptome zeigen. Man möge uns gern im Vergleich die Zahlen der wahllosen Grippetestungen zusenden, damit der Vergleich vielleicht nicht mehr ganz so sehr hinkt wie der Glöckner von Notre Dame.
Oder um mit den transkripierten Worten von Frau Merkel zu schließen, entspricht die Bemessensgrundlage für neue Verordnungen „auch dem, was jetzt im deutschen Bundestag und im deutschen Bundesrat verabschiedet wird“ bzw. am 18. 11.2020 beschlossen wurde, dass man auch künftig vorhat am Parlament, also den eigentlich gewählten Volksvertretern vorbeizuregieren.
„(…)im 3. Bevölkerungsschutz gesetzt, wie die Philosophie dessen ist was wir tun, immer angedockt, an die Infektionszahl und an die Inzidenz, aber natürlich auch andere Indikatoren äh in Betracht ziehen, sie wissen der R Wert spielt eine große Rolle. Die Verdoppelungszeit spielt eine große Rolle.“
Je nach dem welcher Wert also gerade besser in das Bild einer Pandemie passt, oder vom Volk noch geschluckt wird.
„Wir sind uns aber einig, dass äh die Belegung der Intensivbetten ein Spätindikator ist, der bei dem man das Infektionsgeschehens dann nicht mehr stoppen kann und deshalb müssen wir vorher handeln. Und diese ganze Philosophie, die sich auch im § 28a des Infektionsschutzgesetzes widerspiegelt.“
Die tatsächlichen Zahlen einer etwaigen Überlastung unserer Krankenhäuser spielen also auch weiterhin für zukünftige Grundrechtseinschränkungen erstmal keine Rolle.
Das positive Test, ohne Bezug zu Krankheitsfällen, eine klinische Zahl ist, findet im Mainstream leider keine Erwähnung. Warum eigentlich nicht?
Quellennachweise zum Artikel:
https://youtu.be/krJfMyW87vU
https://youtu.be/UJ_-VICjCTM
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-08-20-de.pdf?__blob=publicationFile#:~:text=Mit%20Datenstand%2020.08.2020%2C%200,leicht%20dar%C3%BCber.
https://healthcare-in-europe.com/de/news/hitze-uv-licht-forschung-zu-corona-desinfektion.html
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html
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