Eine kleine Weihnachtsgeschichte aus Berlin


 ❓❓kein EINSAMES WEIHNACHTSFEST ❓❓

 

Mutter & Vater, Oma & Opa und dann noch die Teenytochter? Ja das geht.

Mutter & Vater, Oma & Opa, die Teenytochter und der Teenysohn? Nein das geht nun wirklich nicht. Das ist einer zu viel.

Vielleicht ja so: Oma & Opa, bekommen Besuch von ihren beiden erwachsenen Kindern und dessen Ehepartner? Ne das ist auch wieder einer zu viel und wenn da Kids ab 14 im Spiel sind müssen noch mehr zu Hause bleiben.

Nicht notwendige Kontakte sind nach dem Beschluss des Bund Länder Treffens am Mittwoch zu vermeiden. Was heißt das in der Praxis???
Bist Du erwachsen, dann brauchst Du einen guten Grund um Deinen betagten Vater zu besuchen. Kommt der ebenfalls erwachsene Bruder oder die Schwester oder irgendjemand anderes über 14 Jahren auf die Idee diesen Menschen ebenfalls zu besuchen, muss einer wieder gehen; schließlich treffen hier mehr als 2 Haushalte zusammen, auch wenn ihr im Gesamten nicht mehr als 5 Personen seid.

Damit wenigstens Weihnachten kein Fest in Einsamkeit wird, soll es Lockerungen geben, so der Beschluss des Bund Länder Treffens; dann sollen sich bis zu 10 Menschen, ab 14 Jahren treffen können, auch aus unterschiedlichen Haushalten. Wie viele freuen sich darauf schon seit Monaten nach all den Reisebeschränkungen und HotSpot Hiobsbotschaften endlich wieder die ganze Familie an einem Tisch zu haben. Na außer in Berlin, da bleibt es bei 5.

Wo wir gerade bei Ausnahmen sind. Ausnahmsweise dürfe man dafür auch mancherorts 2 Nächte in einem Hotel übernachten. Bei längeren Reisen quer durch Deutschland kann man also beispielsweise Mittwoch den 23. anreisen, wenn man Heilig Abend mit den Eltern verbringen will. Am 25. hat man dann jedoch wieder abzureisen.

Klar sonst geht die Rechnung ja nicht auf. Bruder Uwe möchte schließlich auch noch zu den Eltern. Die sind schließlich schon über 70 und zählen zur Risikogruppe. Wer weiß also wie viele Weihnachtsfeste es mit ihnen noch geben kann. Damit es keine Überschneidungen gibt kommt Uwe am 1. Weihnachtsfeiertag, mit dabei Teenytochter Sophie, Teenysohn Alex und die Zwillinge Hannes und Conny. Das sind im Gesamten dann 6 am Weihnachtsfeiertag. Das geht aber zum Glück da die kleinen Kita-Zwillinge beim Infektionsgeschehen ausnahmsweise nicht mitgezählt werden.

Es ist zwar schade das Du sie nicht sehen kannst, aber das muss nun wohl so sein. Die Frau vom Uwe konnte auch nicht mit ihrem Mann und den Kindern Weihnachten feiern, weil sonst ihre Eltern wiederum alleine hätten bleiben müssen. Ein Fest in Einsamkeit das geht nicht, also hat man sich aufgeteilt.

Außerdem musst Du nun die Koffer packen. 2 Tage Übernachtungen im Hotel war in so einer Pandemie aber auch schon ein großzügiges Zugeständnis unserer Politiker. Und wer braucht schon ein Frühstück vor der langen Heimfahrt? Da das Hotelrestaurant seine Türen geschlossen halten muss, geht sicher auch ein Brötchen von der Tankstelle. Feiertags hat doch eh alles zu, da macht das doch keinen Unterschied mehr, oder doch?
Vielleicht schneit es ja beim Kaffee to go. Das wär doch mal ein unvergessliches Weihnachtsfest.

Das macht alles nix. Schwester Ursel sieht weder Dich noch die Eltern, schließlich schlägt sie mit ihrem Mann Hans-Jörg, ihrem Sohn Thomas und Michael schon mit 4 Personen zu Buche. Man kann ja schlecht zu Besuch kommen und Oma Hilde vor die Tür setzen.
Du hättest sie zwar gern am 2. Feiertag besucht, aber dann hätte bei all dem Anhang wieder einer gehen müssen. Also bleiben die 4 unter sich.

Ja das ist eine Kraftanstrengung mehr, aber „Wir schaffen das.“

Den Berlinern sind die Regeln bei all den stagnierenden Zahlen einfach nicht hart genug, also bleibt es bei den besagten 5 Menschen.

Wen schließt Du vom Weihnachtsfest aus?

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