Massenbewegung am Alexanderplatz

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Eine Massenbewegung am Alexanderplatz

Viele von Euch fragen sich WIE letzten Samstag diese Masse von Menschen zum Alexanderplatz mobilisiert werden konnte. Auffällig war dabei der enorm hohe Anteil von Teenagern und jungen Erwachsenen (U 25). Wir sind dem nachgegangen und möchte Euch ein wenig an unseren Gedanken, aber auch am Recherchestand teilhaben lassen.

1. Es liegt in der Natur der Dinge, dass sich junge Menschen -vor allem Teenager- eben irgendwann mal vom gewohnten Umfeld abnabeln wollen. Das immer stärker hervortretende Bedürfnis nach Autonomie führt oftmals gern in die Rebellion. Umso strenger das Elternhaus im Vergleich zur vermeintlich deutlich liberaleren Umwelt, umso stärker der Gegenprotest.
Junge Menschen suchen dafür Vorbilder die voranschreiten und Gruppen denen sie sich zugehörig fühlen können. Demokratische Quatschrunden, bei denen es sogar wünschenswert ist, sich auch noch mit den Themen auseinanderzusetzen, sind da eher nicht so angesagt und erhalten schnell vom dopaminverwöhnten Gehirn den Stempel "langweilig".
Kontolldruck erzeugt Gegendruck. Im Zuge des Shut Downs und all den Verordnungen wurde die Freiheit vieler massiv eingeschränkt, um so logischer ist es, dass gerade junge Menschen die ständig nach Lücken im System suchen, diese auch als erstes nutzen wollen. Wenn diese Energie von einem Aufruf im Netz abgeholt wird und ein klares Ziel bekommt, wo sie all ihren Unmut mit vielen anderen hinausbrüllen können, um so ihrem Unmut Luft zu verschaffen, wird das selbstverständlich ohne darüber nachzudenken auch von tausenden gemacht.
Erst Recht im Zuge einer Demo ohne Teilnehmerbegrenzung, die zu jeder anderen Zusammenkunft noch vorliegt.

2. Viele Eltern von heute, sind zum größten Teil Tageschschau-konform eingestellt und ticken damit pro-Corona-Maßnahmen, gleichermaßen mit der sonst so liberal erscheinenden Umwelt. Selbstbestimmung erleben zu wollen, bedeutet jedoch nicht gleichermaßen, dass man selbst zum Außenseiter werden möchte, oder noch schlimmer zum Gefährder, der irgendwann in Quarantäne landet. Insofern ist es nur selbstverständlich, dass sich junge Menschen eher nicht einer derartigen Gegenbewegung anschließen wollen. Die leise innere kritische Stimme wird zudem noch mit der öffentlich-rechtlichen Presse mundtot gemacht, schließlich wird aktuell nahezu jeder der Maßnahmengegner als verschwörungsidiologischen Nazis diffamiert wird.
Ausnahmen bestätigen natürlich überall die Regel, doch wie letztere ausschaut, FÜR welche Art von Bewegung sich lieber in Heerscharen zusammengefunden wird zeigen die Bilder der letzten Woche.

3. Was nicht direkt Geld in die Wirtschaft einfließen lässt, wird zum Sparmodel, so sollte mit immer knapperen Mitteln immer mehr im Gesundheitswesen geleistet werden, aber auch der Kinder- und Jugendbereich baute immer mehr ab. Es gibt seit Jahren zu wenige Jugendclubs und freie Aufenthaltsräume für Jugendliche, für Ü18 aber U25 noch weniger. Im Zuge des Abbaus entwickelten sich immer mehr Outdoor-Treffpunkte, mit guter Durchmischung von Migranten, für welche es noch weniger öffentliche Angebote gibt.
Am Alexanderplatz beispielsweise gibt es schon seit etlichen Jahren entsprechende Hot Spots. Wer Anschluss sucht, hat dort schon immer im Handumdrehen neue Freunde gefunden.
Das habe sogar ich als Teeny selbst erlebt. Als etliche Jahre später meine Tochter urplötzlich neue Freunde hatte, verwunderte es mich somit weniger, als sie mir davon erzählte, dass sie diese am Alexanderplatz gefunden hat. Natürlich gefällt mir das persönlich nicht, doch zeigt es mir eben, dass sich so einiges kaum geändert hat.

4. Die Clubs sind nach wie vor geschlossen. Der übliche Ausgleich für junge Menschen, wenigstens am Wochenende mal "abzuhotten" und sich den Stress von der Seele zu tanzen, oder bei lauter guter Musik in größeren Gruppen was trinken zu gehen, fällt nach wie vor aus. Seit Wochen fehlt demnach eine gut etablierte Kompensationsstrategie, während sich der Fokus mehr und mehr auf digitale Räume verlagerte... was allerdings nur bedingt den Kopf befriedigt, zweifelsohne aber den Körper nicht entstresst.

5. Junge Menschen sind sehr aktiv über Instagram-Storys und TikTok verknüpft, teilweise auch über Twitter und über eben jene Kanäle verbreiten sich Infos, noch um einiges schneller als über Telegram. Ein Aufruf der auf Punkt 1-4 trifft, verbreitet sich in Windeseile. und genau hier schließt sich der Kreis. Es brauchen nur wenige die Info, wo was in der Stadt los ist und der Rest zieht nach. Erst Recht wenn es aufgrund einer Demo sogar erlaubt ist und noch viel viel mehr wenn es Gutmenschstyle auch noch für etwas Positives steht.

Meine Tochter hat sich in den letzten 1-2 Jahren immer mehr mit Flüchtlingen unterschiedlichster Kulturkreise angefreundet, darunter z.B. Afghanen und Syrer und wird ständig via Insta und TikTok auf dem Laufenden gehalten, "was geht" in der Hauptstadt. Letztes Wochenende begann wohl alles mit dieser Silent Demo auf dem Potsdamer Platz, ein Aufruf der Antifa, den viele von uns auch via Telegram Kanälen auf dem Radar hatten.
Am Alex waren dagegen zu dem Zeitpunkt noch ein paar ältere Menschen versammelt die einem "unteilbar"-Aufruf für mehr Solidarität gefolgt sind... eine Aktion die von so einigen Parteien in vielerlei Form unterstütz wird. Die gleichen Parteien zeigten sich übrigens sehr besorgt über die vielen Menschen die sich dicht an dicht am Alexanderplatz versammelten, schließlich haben wir doch eine Pandemie zu bekämpfen, nun wird seitens dieser Parteien angeregt, eine Mundschutzpflicht für Demos in Erwägung ziehen, obgleich alle anderen Kundgebungen jenes Abstandproblem gar nicht hatten.

Ein weiterer Zustom am 06.06. fand sich durch einen Aufruf der NGO finanzierte Friday for Future Bewegung ein, die ebenfalls mit sehr viel Engagement daran ging, eine geballte Masse zusammenzurufen.

Am Tag des Geschehens wurde 1-2 Stunden ehe der Alexanderplatz „überlief“, eben über jene Kanäle ein regelrechtes Lauffeuer angezettelt, dass sich die Menschen vom Potsdamer Platz, aber auch Black Lives Matter Anhänger, nun bitte auch zum Alexanderplatz bewegen sollen.

So der aktuelle Recherche Stand. Ich hab mich nun auch bei TikTok registiert, allerdings wird es seine Zeit dauern, bis ich hier sinnvoll vernetzt bin. Inzwischen habe ich meine Tochter und ihre Freundin gebeten, mich zu informieren, sobald sie von etwas Wind bekommen. Sie berichtete mir inzwischen von einem Video, in dem Menschen welche wohl afghanischer Herkunft gewesen sein sollen in einem Auto verbrannt worden seien, das verbreitet sich inzwischen ebenso rasant wie George Floyds Story. Wir haben bei unseren Recherchen bis dato noch keinen Anhaltspunkt für diese Geschichte gefunden, aber für viele reicht alleine schon das Gerücht um einen neuen Aufruf zu starten, sich erneut zu versammeln.

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