Lebensentwickler

Berlin, 12. Mai 2017


  • Sind wir verworren, dass wir entwickelt oder geformt werden müssten wie eine lange Haarsträhne auf einem Lockenstab? Persönlichkeitsentwicklung ist heute in aller Munde. Obwohl sie so unvermeidbar ist wie zu atmen, werden mehr und mehr Bücher darüber verkauft, Videos gedreht und Webseiten veröffentlicht. 
  • Der Erfolg wird spätestens dann sichtbar wenn sich hunderte von Menschen auf einer Plattform versammeln, den Redner zum Speaker auf die Bühne hieven um dann mehr oder minder geschlossen in Heerscharen von einem Event zum nächsten zu pilgern. Was ist dran an diesem Hype?
    Spirituell wird vom Erwachen gesprochen, im Kreise der Selbständigen ist es das Know How und Mindset, welches zu wahrem Erfolg führt, für wieder anderen geht es einfach nur um den Schlüssel zum Glück. 

    Wir leben in einer Gesellschaft welche noch immer auf Funktionalität ausgerichtet ist und die mehr und mehr von einem Effizienzdenken angetrieben ist. 
    Leider fühlt sich das alles bei näherer Betrachtung an, als seien wir nichts weiter als ein nummeriertes Rädchen in einer übergroßen Finanzmaschinerie, die uns immer müder werden lässt.
    In diesem Sinne führt jeder Ansatz dazu, dass die bewusste Weiterentwicklung unserer selbst unabdingbar ist, wenn wir uns de-konditionieren wollen um die Ebene die uns die Luft zum Freiheitsduft nimmt, wirklich verlassen möchten. Und ja natürlich reicht es nicht aus, wenn die kleine Raupe Nimmersatt nur an der Blüte schnuppert um sich zu einem Schmetterling zu transformieren. Allem voran braucht es eine gute Portion Mut sich den eigenen Dämonen zu stellen, auch wenn es in einem geschützten Raum wie der eines Kokons stattfindet. Nach innen zu schauen, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist für viele schon der erste Schritt die eigene Komfortzone zu verlassen.

    Ich wurde neulich gefragt was ich denn beruflich mache. *hm* Beruf oder Berufung? In jedem Fall bin ich Grenzgänger, Fährtenleser, Hürdenfalter, Sence Setter oder ganz banal eine heilpädagogische Multiplikatorin. Und nein ich habe natürlich keine heilenden Hände, doch beschreiben all die vorgenannten Atribute ganz gut wohin meine Energie gerichtet ist. Auch wenn sich mein Lebenslauf wie die Villa Kunterbunt liest, zieht sich die Arbeit mit körperlich, geistig und psychisch beeinträchtigten Menschen, durch wie ein roter Faden. Und ja so bin ich wohl ein "Grenzgänger", denn was mich schon immer faszinierte ist menschliches Verhalten, all die Facetten von selbst erschafften Realitäten, all die Muster die sich dabei herauskristallisieren und welch große Palette es an Gefühl gibt auf dieser Welt, von abgrundtief bis himmelhochjauchzend.

    Und so suchte ich seit jeher die Grenzen von Verstand und Sein und alles was die Norm übersteigt. "Hürdenfalter"... Ich liebe es Menschen in die Kraft zu bringen, sie in die Lage zu versetzen ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, mit den Hürden des Lebens Limbo zu tanzen, sie zu umschiffen, darüber hinweg zuspringen -allein oder im Staffellauf-, sie zu durchbrechen, oder schlicht und ergreifend zusammenzufalten.
    Hürden sind die Grenzen unserer Komfortzone. Es sind keine fremd geschaffenen Mauern die uns eingrenzen, sondern nichts weiter als selbst erschaffene Bahnschranken... und so lautet mein Appel oft, dass sie zwar sicher nicht ohne Grund dort stehen und natürlich sollte man achtsam sein an diesen Schranken, doch weiter geht es erst dahinter.

    "Sence Setter"... wer sich voll und ganz spürt, hat auch die Kraft die uns Veränderungen abringen. Im besten Fall finden wir zur Leichtigkeit zurück, wenn wir in unserem flow sind und die Welt in all ihrer Fülle bestauen können wie kleine Kinder.

    Es stimmt mich zutiefst betroffen wenn Menschen den Kontakt zu sich selbst verloren haben, sich selbst nicht mehr trauen... Es ist wohl eine Art Berufung, eben nicht ignorant weiter zu gehen, sondern inne zu halten und all das Schöne wieder spürbar näher zu bringen, ebenso wie die Hand zu reichen, wenn wir durch den Schmerz gehen der die Sicht zu klären vermag. Ich respektiere Fassaden als Schutzmauer, aber ich glaube daran, dass wir freier, selbstbestimmter und voller leben können ohne diesen Panzer. 

    Und ich bin gern ein Teil davon, wenn Menschen sich wieder spüren und all ihre Sinne neu fokussieren. Und ja, es ist nicht selbstlos, denn wann immer ich meiner Berufung nachgehen kann, bereichert es auch mich, lässt mich mental wachsen und erfüllt meine Seele mit der Sucht nach Leben. Und ja, auch Du, der diesen Text liest, bist ein Teil davon.    

    Herzliche Grüße

    Daniela von Hürdenflug

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